Was versteht man unter einem Lagerzinssatz?
Beim Lagerzinssatz handelt es sich um eine Lagerkennziffer. Sie stellt das im durchschnittlichen Lagerbestand gebundene Kapital ins Verhältnis zum möglichen Zinsertrag zu kapitalmarktüblichen Bedingungen. Sie beantwortet die Frage, wie hoch die Kapitalkosten für das im Lagerbestand gebundene Kapital sind. Mit anderen Worten: Wie hoch sind die derzeitigen Kosten der Lieferbereitschaft? Andersherum betrachtet informiert die Kennziffer darüber, wieviel Geld man mit dem im Lager gebundenen Kapital hätte verdienen können, wenn es den Lagerbestand nicht geben würde.
Zum Berechnen des Lagerzinssatzes gilt folgende Formel:
(Zinssatz × durchschnittliche Lagerdauer) / 360
Wenn die Lagerdauer eines Artikels zum Beispiel 60 Tage beträgt und der marktübliche Zinssatz bei 2,5% pro Jahr liegt, ergibt sich:
(2,5 × 60) / 360 = 0,42 %.
Um den Lagerzinssatz möglichst gering zu halten, müssen die Lagerbestände optimiert werden – im Idealfall sind diese gerade groß genug, um jederzeit die Lieferbereitschaft zu sichern.
Maßnahmen, um die Lagerzinsen zu senken:
- Nicht nachgefragte Artikel über Sonderaktionen abverkaufen
- Mindestbestand, Meldebestand und Höchstbestand definieren oder optimieren
- Bestellverhalten optimieren
- Einführen eines Warehousemanagementsystems, um die Lagerzinsen permanent zu überwachen und zu minimieren